Hey everybody,

 

I am in transition ... finally ... YES!

Reorganizing, reshaping, re-creating my body, my mind, my Self ... my life ... 

It's an adventure, a journey ... with open end and destination ... 

But one thing I know for sure ... music will stay forever ... 

I am amidst taking my music compositions to the next level,

working towards a portfolio for TV and streaming-platforms ... 

 

A happy and exciting New Year everyone!

Keep on rocking!

 

Wotan Beißwenger, New Year Eve 2022.

 

Discography for reference:

 


 

Archiv (Blog bis 1. Juli 2021)

 

Glossary: Lost ... Sind wir nicht alle ein bisschen lost?

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Deutschlands Jugend hat „lost“ zum Wort des Jahres gekürt. Ich finde, das haben sie super gemacht ... und „lost" ist sicher nicht nur das Jugend-Wort 2020 ... 

 

Die Bedeutungswolke von „lost“ beherbergt Begrifflichkeiten wie unsicher, verloren, verirrt, untergegangen …, webt sie zu einem fluffigen Wolkenkissen, in dem viele dramaturgische Möglichkeiten schlummern. Das corona-müde Haupt bettet sich gerne darauf.

 

Also ich habe das Wort nebst Wolke schon immer sehr lieb gehabt. Hab' es bereits im Kindesalter als Kuscheltier mit in meine Traumlandschaften genommen und es auch quer durch meinen Alltag geschleppt. Lost ist einfach praktisch: Es schützt vor Verantwortung, Positionierung, Verpflichtung. Lost macht frei und unabhängig. Es ist viel effizienter als seine Schwester, das „Vielleicht“. Im Falle von „lost“ hast du es geschafft, dich ganz zu entziehen, hast dich unsichtbar für sämtliche Ärgernisse gemacht. Die perfekte Tarnkappe aufgesetzt. 

Beim „Vielleicht-Abo“ hast du dich lediglich geparkt, baumelst und taumelst aber noch für alle sichtbar zwischen den Möglichkeiten hin und her. Auch dies hat – abhängig von deinen persönlichen Vorlieben – seinen Reiz.

 

Hast du das „Lost“ für dich entdeckt, sieht dich keiner mehr. Das macht frei, aber irgendwann unglücklich. Denn, auch wenn wir das nur ungern zugeben, wollen wir ja alle gesehen, wahrgenommen werden, oder? 

Das Leben macht sonst einfach keinen Spaß, so ganz ohne Resonanzphänomene.

Die Lost-Wolke begegnet zwar manchmal anderen Lost-Wolken, aber nach ein bisschen gegenseitigem Regenbeschauern hat sich das dann auch erledigt und du schwebst wieder allein durch die grauen Gefilde.

 

Und dann kam Corona. Und nichts ist mehr, wie es war. 

Ganz allgemein und auch in Bezug auf das Verhältnis zwischen Mensch und Lostheit. 

Es war einmal!

Dieses neuartige Virus hat mit seinen spikes den Spieß umgedreht:

Plötzlich sind die, die immer vorgegeben haben, mit der Lostheit keine Verträge zu haben, auffallend und ganz ungeniert completely lost

Das sieht man vor allem in der Politik, aber auch in der Wirtschaft und im Bildungswesen. 

Die Versuche, die Lostheit mit Zahlen und föderalem Zauber zu übertünchen, funktionieren nicht. 

 

Sie führen ganz im Gegenteil dazu, dass die, die zuvor voll lost waren, nun abtrünnig werden, von ihren Wolken klettern und Halt in Eindeutigem suchen. Das ist gar nicht so einfach, wenn man vorher auf einer fluffigen Wolke durch den Alltag geschippert ist! 

Man braucht widerstandsfähige Wurzeln, um das zu schaffen. Um auf dem virusbedeckten Boden nicht auszurutschen und aufrecht stehen bleiben zu können.

Die Wurzeln gibt es nicht bei Aldi und auch nicht bei Amazon.

Und nun, was tun?

 

Weil es in der deutschen Mitte und oben drüber zur Zeit so lostig ist, zieht man auf der Suche nach Wurzeln an den Rand. Dort gibt es viel radikales Wurzelmaterial. Es verhindert das Untergehen in der Unsicherheit. Verleiht dem gar gräulichen Hier und Jetzt eine Farbe, zeigt Flagge, Richtung … welche auch immer, auf jeden Fall raus aus dem Lost

 

So wandern sie, wenn sie noch nicht gestorben sind, mit ihrem widerstandsfähigen Wurzelwerk in Richtung Mitte, während die Lost-Wolken ganz weit oben flauschige Teppiche weben – aus Zahlen und föderalem Zaudern. 

 

Text und Foto © Ann-Uta Beißwenger, 22.10.2020

 

 

 

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